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Geduld bei deiner Yogapraxis

Übt ihr auch schon eine ganze Weile Yoga? Besucht Yogaklassen und habt Euch eine Yogapraxis zu Hause angewöhnt? Habt schon so manche Yogabücher gelesen?
Und habt trotzdem das Gefühl in Euer Yogapraxis irgendwie stecken zu bleiben?

Mir geht das manchmal so. Ich übe regelmäßig, besuche Yogaklassen (ja ich gebe zu, mal mehr, mal weniger, je nach dem wie es die Zeit zu lässt) und praktiziere auch daheim Yoga. Mal übe ich mit YouTube Videos, oft aber einfach auch nur so, wie es mir gerade in den Sinn kommt und welche Übungen mir gut tun.

 

Aber so oft habe ich das Gefühl, dass ich nicht wirklich voran komme. Bin ungeduldig, dass die Krähe noch nicht richtig funktioniert und vom Handstand bin ich noch weit entfernt. Und wenn ich dann die tollen Fotos und Videos bei Instagram sehe, denke ich mir nur: Wow, das will ich auch!

 

Halt! Stopp! Ich glaube ich habe da was falsch verstanden. Yoga ist doch kein Leistungssport, bei dem ich gegen andere gemessen werde und immer noch mehr erreichen muss.
Yoga ist doch so viel mehr. Und es hat überhaupt nichts damit zu tun, wie perfekt ich eine Asana ausführe, in wie weit ich die Dehnung hinbekomme oder ob ich das Gleichgewicht halten kann.

 

Nein, es ist total egal. Egal, ob wir ganz am Anfang sind und nur ein paar Übungen können. Egal, ob wir genau wissen, in welcher Abfolge der Sonnengruß B geübt wird. Egal, wie und ob wir den Handstand beherrschen. Egal, ob wir in der Yogaklasse alle Übungen mitmachen können. Egal, ob der andere schon mehr kann. Egal, wie toll die Yoginis in den sozialen Netzwerken aussehen.
ES IST EGAL!

 

Ich will lernen, mich nicht mehr davon beeinflussen zu lassen. Möchte mir wieder mehr bewusst machen, was Yoga für mich bedeutet und warum ich es eigentlich praktiziere. Will mich wieder auf das Wesentliche fokussieren. Schauen, welche Übungen mir gut tun und welche heute genau für mich richtig sind. Will mich nicht mit anderen vergleichen, nicht auf andere schauen und neidisch sein, sondern mich freuen, was ich schon kann und welche Fortschritte ich schon gemacht habe.

 

"Wenn du es eilig hast, gehe langsam"

 

Und Stück für Stück kann ich dann neue Übungen lernen und herausfordernde Asanas ausprobieren. Kann tiefer in die Yogapraxis mit allem was dazu gehört, eintauchen.
Aber nicht mit dem Ziel, dass ich dann anderen etwas voraus habe und meine Yogaposen perfekt aussehen.

 

Nein, mein Ziel ist es, dass Yoga mir persönlich weiter hilft. Auf der körperlichen Ebene, aber auch auf der geistigen. Yoga ist so viel mehr. Die Asanas sind nur ein Teil davon. Die ganze Yogaphilosphie und wie wir diese in unserem Leben umsetzen ist ebenfalls so wichtig und wird auch ein lebenslanger Prozess sein.

 

Und umso bedeutsamer ist es, sich deshalb nicht nur auf all die tollen Yogaposen zu fokussieren. Sondern einmal genauer hinzuschauen, hinzuhören, in unser tiefstes Inneres. Denn nur dort werden wir das finden, was wir im Leben benötigen.

 

Lass uns gemeinsam etwas langsamer gehen, mehr Geduld üben. Etwas mehr Frieden finden- in erster Linie mit uns selbst.

Und lasst uns aufhören, uns unter Druck zu setzen und uns mit anderen zu vergleichen.
Sei die beste Version von dir selbst!
Auf der Yogamatte und im ganzen Leben.

 

Alles Liebe,

Miriam

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